Reisebericht Fjordnorwegen 2009

  •  Tag 1

Abfahrt mit ein wenig Verspätung gegen 17:30 Uhr in Lünen. Die Fahrt
über die A1 verlief ereignislos. Mit wenig Verkehr waren wir ca. 00:15
auf Fehmarn, um die Fähre
von Puttgarden nach Rødby zu besteigen. Nach erfolgter Überfahrt wurden
um 02:30 die Schlafstätten auf einem Rastplatz in Dänemark
aufgeschlagen, und Nachtruhe kehrte ein.

  • Tag 2

Nachdem alle Reiseteilnehmer ausgeschlafen und gefrühstückt hatten,
ging es gegen 10:30, Richtung Helsingør und nach Schweden weiter. Die
Fahrt ging an Göteborg vorbei bis zum Campingplatz Hoghem im Weltkulturerbe Tanunmshede. Auch hier gab es nur eine Übernachtung.

  • Tag 3

Die Weiterfahrt am nächsten Morgen verzögerte sich etwas, da der
Wohnwagen erst mit viel Geschick aus einer Bodenwelle gezogen werden
musste. Die feuchte Wiese machte dieses Ansinnen nicht leichter. Aber
nach einiger Zeit gelang es doch, und die Weiterfahrt nach Norwegen
konnte fortgesetzt werden. An der Grenze hielt man kurz an, um sich
weiter Informationen über die Reiseziele zu organisieren. Bärbel konnte
wieder einmal dem Shoppingdrang nicht widerstehen, und erwarb das neue
Reisemitglied „Norge Drees“. Durch den Olsofjordtunnel über Drammen erreichten wir spätnachmittags Fagernes. Dort wurde Stellung auf einem schönen Campingplatz direkt am Fjord bezogen. Nach einem kurzen Abendspaziergang durch das Dorf legte man sich schlafen.

Fjordblick auf des abendliche Fargernes

 

  • Tag 4

Morgens ging die Reise weiter Richtung Åndalsnes, unserem ersten
längerem Aufenthalt in Norwegen. Die Fahrt ging über das wunderschöne
Skigebiet Beitostolen am Nationalpark Jotunheimen
und wunderschönem Gebirge mit Gletscherblick und zahlreichen
Wasserfällen vorbei. Leider war das Wetter nicht optimal, so dass nicht
viele Fotos geschossen werden konnten. Abends ca. 17:30 Ankunft im
Dauerregen in Åndalsnes auf einem schönen Campingplatz, natürlich wieder mit Fjordblick

Weiden und Hütten im Nationalpark Jotunheimen

 

  • Tag 5

Heute ging es zu unserem ersten Highlight dieser Reise, zu den Trollstigen.
Dieses Ausflugsziel lag nicht weit von unserem Übernachtungsplatz und
Bärbel fuhr tapfer mit. Durch eine wunderbare Landschaft über die
Serpentinen der Trollstigen ging es von Fjordhöhe auf 700 m NN. Bärbel
immer tapfer dabei, Respekt. Fotostopp von den Aussichtsplattformen und
leider wieder Regen. Einige waghalsige Autofahrer befuhren die
Trollstiegen mit Wohnwagen, dreist waren die Busfahrer, die mitten auf
der Strecke ihre Besatzung aussteigen ließen, um Fotos zu machen. Nach
der spektakulären Rückreise, die Trollstigen herunter, gab es
nachmittags einen kleinen Spaziergang durch Åndalsnes
mit einem kleinen Shoppingtrip. Im netten Sentrum 🙂 gab es
Tüten-Cappucino. Abends wunderschönes Wetter mit blauem Himmel und viel
Sonnenschein, so wie es sein soll.

Die Trollstigen von Oben

 

 

  • Tag 6

Kurze Reise nach Ålesund, wo wir auf dem Campingplatz Prinsen einen Platz fanden.

  • Tag 7

Besuch der Stadt mit dem 189 m hohem Aussichtspunkt „Aksla“. Die 418
Stufen über den steilen Pfad ist schon ein Erlebnis und Bärbel war
wieder dabei. Die Aussicht über die Stadt, mit davor gelagerten Insel „Giske“, ist atemberaubend und wunderschön. Danach Abstieg vom Berg und Stadtrundgang; Wetter trocken, aber bewölkt.

Sicht von „Aksla“ über die Stadt  Ålesund

 

  • Tag 8

Heute stand der Besuch der vorgelagerten Inseln vor Ålesund
auf dem Programm. Leider war das Wetter mehr als schlecht. Im
strömendem Regen besuchten wir die Inseln. Beim Aufstieg zur Höhle Skjonghellaren
auf Valderøya, die wir erst nicht gefunden haben, sind wir sehr naß
geworden und die neue Jacke von Andreas hat sich als nicht regendicht
herausgestellt. In dieser Höhle gibt es Funde von 30.000 Jahre alten
Tieren. Die Länge beträgt 100 m, und die Höhe des Höhleneingangs ist
immerhin mit 38 m angegeben. Der Besuch des Leuchturms in Alnes
mit Kaffee und Kuchen war sehr schön, vor allem trocken. Alnes
Leuchtturm wurde 1852 gebaut, um Fischerboote sicher in den Hafen es
kleinen Fischerdorfs von Alnes auf der Insel Godøya an der Westküste
Norwegens zu leiten. Der aktuelle Leuchtturm wurde 1876 erbaut, und ist
noch in Betrieb. Die Inseln sind mit Sicherheit eine der schönsten
Stellen in Norwegen. Nachmittags, nach diesem langen Tag, sind alle im
Nahe gelegen und eines der größten Einkauszentren Norwegens „Amfi MOA“
ihrem Shoppingtrieb nach- gegangen. Ich habe mich unserem Reisebericht
gewidmet, einkaufen ist nichts für mich. Abends gab es starken Sturm mit
Regen und Nudeln mit Bologneser Soße. Den Wohnwagen mussten wir gegen
den Wind abdichten der direkt in die Lüftungsöffnungen blies. Aufgrund
der kalten Luft haben wir sogar die Heizung anzünden müssen. Der Touran
wurde dann vor die Lüftungsöffnungen gestellt, damit der Sturm nicht so
in den Wohnwagen blasen konnte.

 Der Leuchtturm Leuchturms in Alnes im Nebel

  • Tag 9

Weiterfahrt nach Olden über die RV60 mit einer Fährüberfahrt von Magerholm nach Ørsneset. Der sehr schöne Campinglatz „Oldencamping“
lag außerhalb von Olden Richtung Briksdalsbreen. Wir fanden einen
Stellplatz direkt am See. Nachdem alles aufgestellt war, fuhren wir zu
dem ca. 15 km entfernten Parkplatz des Gletschers Briksdalsbreen.
Nach Entrichtung der Tagesparkgebühr von 40 NOK wanderten wir zum
Gletscher, den wir nach ca. 60 Minuten auch erreichten. Der Anblick war
bei dem sonnigem Wetter atemberaubend. Man kann erkennen, dass die
Eismassen über den Bergrücken in das Tal gedrückt werden. Die Größe der
über den Berghang hängenden Eiszunge ist schon gewaltig. Man kann nur da
stehen und sich dieses Naturereignis fasziniert anschauen. Um so
weniger sind die Besucher zu verstehen, die erst mit den mietbaren
„Trollwagen“ zum Gletscher fahren, um dann nur einen kurzen Blick zu
riskieren und um dann wieder ins Tal gefahren zu werden. Wir haben uns
jedenfalls mehr Zeit genommen. Der direkte Bereich um den Gletscher ist
Sperrbezirk, wobei das bei der Ruhe im Tal erst nicht verständlich war.
Irgendwann allerdings haben sich oben aus dem Gletscher Eisstücke
gelöst, sind heruntergerollt, und haben sich auf den Weg in den
Gletschersee in viele kleinere Stücke zerlegt. Das Grollen und Knallen
hat uns mächtig erschreckt, da es doch sehr überraschend kam. Danach war
auch die Sperrzone erklärt. Ohne Verletzungen wäre ein Aufenthalt im
Sperrbereich nicht möglich gewesen. Der Weg zurück ins Tal führte dann
an einem mächtigen Wasserfall vorbei. Die Gischt auf der Straße machte
alles nass. Finn ist viermal an dem Wasserfall vorbei gelaufen und war
pitschnass. Bei den niedrigen Temperaturen des Schmelzwassers eine sehr
erfrischende Angelegenheit.

Atemberaubend, der Briksdalsbreen

 

  • Tag 10

Die Weiterfahrt nach Voss
startete morgens zeitig, und wir hatten kurz nach Fahrtbeginn schon
eine Fährüberfahrt. Weiter führte die RV13 über einen Hochgebirgspass
mit sehr schöner Landschaft und Skigebieten. Durch die wunderbare
Streckenführung haben wir häufiger einen Stopp eingelegt, um die
Landschaft zu genießen, aber auch um das ein oder andere Foto zu machen.
Auch die Streckenführung war aufgrund sehr holperiger und enger Straßen
ungünstig, so das wir nur recht langsam voran kamen. Gegen 17:30
erreichten wir Vik,
und beschlossen den Tag hier enden zu lassen. Die restlichen 70km nach
Voss hätten wir nicht mehr in einer akzeptabelen Zeit geschafft, oder
anders herum, es wäre abends sehr spät geworden. Die „Resepsjon“ war
komischer Weise nicht besetzt. Es war im Fenster nur ein
handgeschriebener Zettel zu finden auf dem auf norwegisch sinngemäß
„Sucht euch einen Platz, wir kommen später zu euch!!!“ stand. Wir bauten
unsere Schlafstätten auf und stellten fest, dass dieser Platz
einer der schlechtesten war den wir besucht hatten. Ich testete die
Dusche (10 NOK/ 5min), und fand das das Duschbad doch sehr erfrischend
war. Alle anderen wollten plötzlich erst am nächsten Abend duschen,
komisch.

  • Tag 11

Am nächsten Tag war die „Resepsjon“ besetzt, wir bezahlten, und die
Fahrt ging weiter auf der RV13. Wieder hatte unserer Reiseführer bei der
Streckenwahl keinen Fehler gemacht. Es ging über hochgebirgige
Strecken, durch Skigebiete, und über spektakuläre Serpentinen Richtung Voss. Vor Voss besuchten wir den Wasserfall „Tvindefossen“
der direkt an der Straße lag. Die beiden Jungs testeten die
Wassertemperatur, ich machte einige Bilder, dann ging es weiter nach
Voss auf den Campingplatz, den wir sehr früh erreichten. Uns wurde ein
Platz direkt am See gegeben. Wieder wurde alles notwendige aufgebaut, um
noch einen kurzen Stadtspaziergang zu unternehmen, bei dem wir in der
Touristeninformation, nach kompetenter Beratung, Fahrkarten für die
Flåmsbana am nächsten Tag erwarben. Im COOP kauften wir Lebensmittel
ein. Besonders freuten wir uns auf das Lachsfilet das wir günstig
erstanden. Finn und Ole besuchten, das neben dem Campingplatz gelegene,
Freibad mit Sprungturm und zwei Rutschen. Es muss recht frisch gewesen
sein, da einige Kinder mit Neoprenanzügen schwimmen waren. Die beide
hatten mit der Temperatur allerdings kein Problem und tauchten abends
glücklich und geschafft bei uns auf. Das gegrillte Lachsfilet bei bestem
Wetter war wunderbar. Wir gingen alle früh schlafen, da am nächsten
Morgen frühes Wecken für unsere Tagestour angesagt war.

Twidefossen bei Voss

Morgennebel über den Vangsvatnet in Voss

 

  • Tag 12

Bereits um 06:45 Uhr schellte unser Wecker, wir frühstückten da wir um
8:30 am Bahnhof von Voss sein mußten um den Zug nach Myrdal zu
erreichen. Mit dieser Zugfahrt startete die erste Etappe unserer
Rundfahrt „Norway in a Nusshell“.
Die erste Fahrt mit einem regulärem Zug dauerte 50 Minuten und führte
uns durch typisch norwegische Berglandschaft. Der Zug hielt auch an sehr
kleinen Haltepunkten, um als Zeitungsbote zu fungieren. In Myrdal waren
dann schon mehr Menschen auf den Beinen. Man merkte das man sich auf
einer touristischen Attraktion befand. Nach kurzer Wartezeit fuhr dann
der Zug der Flåmsbana
ein. Viele Reisende stiegen aus, und als der Zug sich geleert hatte
konnten alle wartenden einsteigen. Wir hatten bei der
Touristeninformation gefragt in welcher Richtung die Rundreise am
geschicktesten zu unternehmen wäre. Der rat den wir bekamen war
goldrichtig. Die Flåmsbana
war gut gefüllt, aber doch so leer, das man sowohl rechts als auch
links aus dem Fenster sehen konnte. Wie immer gab es einige Mitreisende,
die etwas auszusetzen hatten. Kurios fanden wir den Einwand, das man
nicht alles sehen würde da doch an der Bahnstrecke die Bäume nicht
abgeholzt worden wären. Man kann nicht immer allen alles recht machen.
Wir jedenfalls genossen diese außergewöhnlich Fahrt über 24km durch 6km
Tunnel und mit einem Höhenunterschied von 650m und einigen Serpentinen.
Ich glaube es gibt nicht viele Bahnfahrten die so wunderschön und
außergewöhnlich sind.

Mit der Flåmsbana unterwegs

Danach besuchten wir Flåm. Im Hafen lagen einige Kreuzfahrtschiffe im Fjord und am Kai. Das Flåmsbana-Museeum kann man kostenfrei besuchen, und gibt Infos über den Bau und die Geschichte der Flåmsbana. Danach tranken wir in einen Kaffee im Hafen. Die folgende 2 stündige Fjordfahrt auf dem Nærøyfjord und Aurlandsfjord blieb
wieder in Erinnerung. Die geile Landschaft änderte sich minütig. Man
wusste gar nicht wo man zu erst hinschauen sollte. Die Sonne schien, und
es war wunderbar warm. Allerdings war auch die Fähre, genau wie die Fl
åmsbana und Flåm, sehr voll.

Fjordkreuzfahrt mit „Norway in a Nusshell“

Der letzte Teil der Reise war eine
Busfahrt mit einem Bus zurück nach Voss über die E16. Große Verwunderung
gab es dann als der Bus auf einmal von der E16 auf eine Nebenstraße
abbog. Die Reisenden wunderten sich, und erwarteten ein Abkürzung der
Fahrtstrecke. Groß war die Überraschung als ein Schild mit 18% Gefälle
auftauchte. Die folgende Serpentinenstrecke
Stalheimskleiva“ war
atemberaubend. So enge Kurven in Serpentienen hatten wir noch nicht
gesehen, und in Kombination mit den 16% Gefälle eine echte
Herausforderung für den Fahrer. Der machte allerdings einen recht coolen
Eindruck. Großen Respekt.

Abends nach diesem schönen Tag wurden die vorhanden Reste gegrillt und wir genossen zum Abschluss ein kaltes Bier. 

  • Tag 13

Fahrt über RV7 am Hardangerfjord
vorbei. Die Straße ist laut Karte für Wohnwagen nicht empfehlenswert.
Es stelle sich aber heraus, dass das Fahren eigentlich kein Problem
darstellte. Die Straße ist eng und man muss schon sehr vorausschauend
fahren. Es gibt reichlich Ausweichbuchten, um Platz zu schaffen. Auch
größere Sattelschlepper fuhren dort, so das wir mit unserem
Wohnwagengespann kein Problem hatten. Die Fahrt war wieder ein
landschaftlicher Leckerbissen. Unser Reiseleiter hat mit der Wahl dieser
Straße zum einen Mut bewiesen, zum Zweiten war die Strecke am
Hardangerfjord entlang sehr schön.
Sehr guter Campingplatz in Lone, ca. 17km vor Bergen, leider starker Wind mit viel Regen.

Auf unserer Reise trafen wir in Ålesund eine ältere Damen, die uns
folgendes über Bergen erzählte: „Ein Mann fragte in Bergen einen kleinen
Jungen, wann es denn aufhören würde zu regnen? Darauf erwiderte der
Junge, das könne er nicht sagen, da er erst 7 Jahre alt wäre.“

  • Tag 14

Heute steht unser Besuch in Bergen
auf dem Programm. Frühes Aufstehen findet nicht bei allen Anklang. Aber
was muss, muss. Der Weg nach Bergen ist nicht weit, und eine
Parkmöglichkeit in einem Parkhaus für 100 NOK/Tag schnell gefunden. Das
Wetter ist trocken, mit teilweisem Sonnenschein. Laut unserer Norwegerin
sehr ungewöhnlich für Bergen. Es dauert nur einige Minuten bis wir am
Markt von Bergen sind, der natürlich erst einmal ausgiebig besucht
werden will. Nach diesem Shoppingerlebniss ist es ein Sprung nach Bryggen,
dem alten Handelsplatz der Hanse in Bergen. Bryggen wurde 1979 in die
Liste des Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Wir durchstreiften die
Gassen und machten auch das ein oder andere Bild. Das ehemalige
Hansekontor nimmt die ganze Ostseite der Bucht Vågen ein. Weiter ging es
zum Bergenhus, der Festung in Bergen, die strategisch günstig an der
Einfahrt der Bucht liegt.

Gasse in Bryggen

Weltkulturerbe Bryggen in Bergen

 


Als auf einmal heftig die Sonne vom Himmel schien, sind Finn und ich
schnell nochmal zum Handelsplatz gegangen, um die Gelegenheit für
weitere Fotos zu nutzen. Danach trafen wir uns mit dem Rest unserer
kleinen Reisegruppe an der Talstation der Standseilbahn Fløibanen.
Nach ca. 30 min Wartezeit ging die Fahrt den Berg hinauf die auf den
Fløyden führt, den Aussichtspunkt 320 m über dem Meer. Der Panoramablick
über Bergen ist einzigartig. Auf dem Gipfel gibt es das Fløien
Folkerestaurant, dass wir allerdings nicht draußen nutzen konnten.
Gerade als wir Platz nahmen, fing es an zu regnen, und wir tranken
unseren Kaffee in den alten und ehrwürdigen Mauern.

Treffpunkt der Fløibanen


Den Rückweg wanderten wir über die alte Straße, in Serpentinen, den
Fløyden hinab. An den Kurven gab es immer wieder einen super Ausblick
über die Stadt, den Hafen und Bryggen. Als wir die Stadt wieder
erreichten, führte uns unser Weg durch die alten Gassen von Bergen. In
diesen engen Gassen stehen alte ehrwürdige Holzhäuser, die gute
Fotomotive abgeben. Nach einem Gang auf die andere Hafenseite mit einem
Blick auf Bryggen
und einem Gruppenfoto ging es wieder zum Parkhaus und zurück auf den
Campingplatz in Lone. Abendessen mit Kartoffeln und Spinat beendeten
diesen Bergen-Tag.

Gamla-Bergen

  • Tag 15

Wir verlassen Bergen – natürlich im Regen. Die Fahrt geht über die
E16/7/48 wieder über sehr enge Straßen, aber gut fahrbar. Bei der ersten
Fährfahrt von Gjermundshamn nach Løfallstrand musste unsere Citronella
leider warten, da kein Platz mehr auf der Fähre war. Nach dem sie mit
der folgenden Fähre auch Løfallstrand erreicht hatten ging es weiter
über die 48 nach Utåter. Dort fährt die Fähre nach Skånevik. Auf der
Fahrt nach Utåter gab es leider nicht die Möglichkeit einen
koffeinhaltiges Heißgetränk zu erwerben. Am Fähranleger mussten wir ca.
45 Minuten warten, was uns Gelegenheit gab, im Tante-Emma-Laden im Hafen
einen Kaffee zu erwerben. Um 15:00 Uhr ging es dann endlich weiter über
den Fjord. Allerdings nicht wie erwartet direkt nach Skånevik, sondern
unser Kapitän machte einen Abstecher über Matre. So sind wir noch zu
einer kleinen Fjordkreuzfahrt gekommen. Die anschließende
Campingplatzsuche stellte sich zum ersten Mal als schwierig heraus. Alle
Plätze die auf der Karte verzeichnet waren, sind Dauer- campingplätze
ohne Rezeption. Endlich am vierten und letzten Platz in der Region
hatten wir Glück. Ein freundlicher Norweger nahm sich unser an, und wies
uns einen Platz, sogar mit Holzterrasse, zu. Abends schien die Sonne,
die Jungs gingen im See baden, wir grillten, und auch dieser Tag neigte
sich dem Ende.

 

„Terrassenplatz“

  • Tag 16

Die Weiterfahrt über die R13 startete bei Regen. Wieder standen 2
Fährfahrten auf dem Programm, die ohne Probleme verliefen. Eine
Kuriosität hatten wir vor der zweiten Fährfahrt. Ein Mitreisender
Deutscher fragte uns, bevor wir auf die Fähre fuhren, ob die Fahrt über
den Fjord kostenlos sei. Er war sehr überrascht, als er erfuhr, dass die
Fährfahrt natürlich etwas kosten würde und er wohl auch keine NOK
besaß. Ich versteh nicht, wie man in fremde Länder reisen kann, ohne die
ent- sprechende Währung, und ohne sich über die örtlichen Gegebenheiten
zu informieren.
Abends erreichten wir den Campingplatz in der Nähe von Jørpeland nicht weit vom Preikestolen entfernt. Das Wetter ist nicht so dolle.

  • Tag 17

Heute ist es soweit, Preikestolentag. Die Wetter- vorhersage sagte
gutes Wetter voraus, wir sind gespannt. Erstmal sieht es sehr neblig
aus. Die Entfernung bis zum Einstieg sind vom Campingplatz aus ca. 4km
und wird mit dem Auto zurückgelegt. Der Aufstieg von ca. 2h über den gut
markierten Wanderweg geht durch Wälder, über glatt geschliffene Felsen,
an steilen Anstiegen und an schroffen Felswänden vorbei. Auch ein
Holzweg über Moore ist zu bewältigen. Und immer wieder gibt es
traumhafte Blicke über die Schären von Stavanger und über die norwegische Bergwelt. Manchmal kann man unten den Lysefjord
blitzen sehen. Das Wetter bessert sich zusehends, die Jacke wird
verstaut und die Hosenbeine entfernt. Je weiter wir nach oben kommen,
desto klarer wird der Himmel. Kurz vor dem Ziel ist der Lysefjord in
seiner vollen Pracht zu sehen und der Weg geht über Holzstege direkt an
Felswänden entlang. Und dann haben wir den Preikestolen erreicht.

Der Preikestolen über dem Lysefjord

Hochzeit auf dem Preikestolen

 

Auf der Felskanzel ist fast kein Platz mehr, er wird von vielen
Wanderern zum ausruhen genutzt. Das Highlight an diesem Tag so weit über
dem Lysefjord ist mit Sicherheit das Brautpaar, von dem diverse
Hochzeitsfotos geschossen werden. Eine geniale Idee. Besonders viel
Beifall und Pfiffe kommt von einer italienischen Gruppe Wanderer, als
Fotos der küssenden Brauleute gemacht werden.

pausierende Wanderer auf dem Preikestolen

ganz Mutige

Der Ausblick ist mit nichts zu vergleichen, was ich bis jetzt gesehen
habe. Man kann einfach nur da sitzen und schauen. Und dann lichten sich
die letzten Wolken und alles ist in wunderschönes Licht getaucht. Zeit
für Fotos. Um den Preikestolen besser ablichten zu können, muss man ein
wenig den Fels hochklettern. Auch unser Brautpaar macht sich auf diesen
Weg, um den Preikestolen im Hintergrund zu haben. Ein wunderschöner
Anblick. Beim Laufen auf diesem Aussichtsplatz ist mir ein Missgeschick
passiert. Ich bin ziemlich heftig mit meinem Fuß umgeknickt. Trotzdem
ging unsere Wanderung weiter. Nach langer Zeit an diesem Ort, gingen wir
den Abstieg über die „grüne“ Route. Auch dort wieder schöne Bergwelt
mit Blicken über das Lysefjordtal und die Bucht von Stavanger. Aufgrund
meines schmerzenden Fußes dauerte es bei mir sehr lange, bis ich den
Ausgangspunkt wieder erreicht hatte. Am Campinglatz angekommen, wurde
das Abendbrot bereitet und der Abend mit einer Flasche Weißwein
beschlossen.

  • Tag 18

Stavangertag, Queen Mary 3 und Udo Lindenberg gesichtet, wieder super
Wetter, Sonnenschein, abends den mitgebrachten Fisch aus Stavanger
gegrillt, sehr zu empfehlen.

  • Tag 19

Die Weiterfahrt am nächsten Tag, startet bei Regen. Man, hatten wir
wiedermal ein Glück mit dem Wetter. Wenn Engel reisen. Nach kurzer
Strecke auf der R13 fahren wir zum letzten Mal in Norwegen mit der
Fähre. Von Oanes nach Forsand geht die Überfahrt. Leider haben wir die
Fähre offensichtlich knapp verpasst, die Nächste fährt in 30 Minuten.
Na, das bedeutet skandinavische Gelassenheit an den Tag zu legen, und
einfach warten, auch wenn es regnet. Wir verlassen die R13 und fahren
auf der R45 und E134 weiter durch das südliche Norwegen. Die Fahrt geht
durch den schönen Landesteil Telemark, sehr sehenswert. Unser letzter Stopp in Norwegen findet in Notodden auf dem Campingplatz
direkt neben dem Sportflughafen statt. Sehr gut ist, dass der Flughafen
sehr früh den Flugbetrieb einstellt. Der Campingplatz ist sauber, aber
von geringer Qualität. Für eine Nacht völlig ausreichend

  • Tag 20

Unser letzter Norwegentag ist ohne Highlights. Es geht zurück durch den Oslofjordtunnel, und kurz vor der Grenze verlassen wir die E6, um über die alte Brücke in Svinesund
zu fahren. Das Panorama lädt dazu ein über die Brücke zu laufen und
Fotos bei strahlendem Sonnenschein zu machen. Nach dem Grenzübergang
nach Schweden geht’s wieder auf die Autobahn E6. Autobahn fahren ist
langweilig, da sind wir mittlerweile doch andere und spannendere
Straßenverläufe gewohnt. Die Fahrt geht durch Göteborg bis nach Åsa, wo
wir die beiden nächsten Nächte auf einem Campingplatz direkt an der Nordsee verbringen werden. Abends gibt’s Spagetti mit Tomatensoße.

Strand in Åsa (Schweden)

 

  • Tag 21

Wir schlafen aus, bis 9:00!!! Danach geht’s zum IKEA
um die Ecke zum Frühstücken. Die Mädels wollen shoppen. Also, erst wird
IKEA unsicher gemacht, danach das Einkaufszentrum auf der andern
Straßenseite. Irgendwann hören wir die Worte „Ich habe keinen Bock
mehr!“, super. Ab ins Systembolaget,
Wein und Bier kaufen, die Vorräte sind doch arg erschöpft. Dann in den
COOP, Salat für den Abend kaufen. Und ab zum Wohnwagen, Kaffee trinken,
norwegische Pfannkuchen mit IKEAnisches Lyngonsylt und schwedischen
Backwaren essen. Dann regnet es, ab in den Wohnwagen, PAUSE.
Abends wird es gegrilltes Lachsfilet geben, mhmh!!!

  • Tag 22

Weiterfahrt über Varberg, Göteborg und die Vogelfluglinie durch Dänemark nach Deutschland.  Abends dann Suche nach einem Campingplatz. Auf unserer Karte, dem Skandinavien Superatlas,
sind viele Plätze eingezeichnet. Aber anders als in Skandinavien sind
in Deutschland an den Straßen keine Plätze ausgeschildert. Stehen
bleiben, gucken, diskutieren, weiterfahren, von anderen
Verkehrsteilnehmern angehupt werden. Willkommen in der Bundesrepublik
Deutschland. Gelandet sind wir dann bei Camping Stieglitz in Dahme. Eben ein typisch deutscher Campingplatz. Abends essen beim Dorfgriechen, schlafen.

  • Tag 23

Die restliche Rückfahrt über deutsche Autobahnen ohne Stau war einfach
nur langweilig. Keine Serpentinen, Gefällstrecken, Tunnel, kurvenreiche
Straßen, Fähren, nix mehr. LANGWEILIG!!!
Wir sind gut wieder zu Hause angekommen, kein Schaden an den Fahrzeugen, alles gut.

 

Fazit

– Norwegen ist schön, sogar sehr schön
– Norwegen ist teuer (nicht neu)
– Die max. Durchschnittsreisegeschwindigkeit beträgt ca. 55 km/h
– Man nehme sich sehr viel Zeit, auch weil man schon mal auf besseres Wetter warten muss
– Die Norweger fahren rabiat und ohne Rücksicht Auto
– Alle Campingplätze waren sauber und schön gelegen

 

Trolle und Elche konnten wir nicht beobachten !!!
Und bevor wir keine Trolle und Elche gesehen haben werden wir wohl immer wieder nach Norwegen fahren.


Vi sees snart, norge